Wednesday, May 16, 2012

Neue Anfänge und alte Geschichten ...


„Der Freund ist einer, der alles von dir weiß, und der dich trotzdem liebt.“

(Elbert Hubbart, 1915)

Unterschiede ziehen zwar bekanntlich an, aber dass 2 grundverschiedene Menschen sich zufällig kennenlernen und plötzlich trotz all der Meinungsdifferenzen zu engen Freunden werden, das passiert nicht oft.
Im Januar 2011 lernte ich Isabel auf einem Vorbereitungswochenende für AFS, einer Auslandsorganisation kennen.  Wir hatten beide vor ein Jahr im Ausland zu verbringen und während sie nach Hongkong gehen wollte, war mein Ziel Südamerika, Argentinien.  Es reichten nur wenige Tage bis wir beide schwören könnten dass wir uns eigentlich schon Jahre kennen- So fühlte es sich zumindest an. Auch wenn es nur wenige Wochen waren, seitdem wir uns kennengelernt haben, wussten wir fast alles voneinander. Wir teilten eine Liebe für kleine bunte Cafés, Auslandsjahre und Sommermonate. Mit der restlichen AFS-Gruppe trafen wir uns haufenweise, um zuerst bei Starbucks Kaffee zu trinken und dann mit BigMacs im dunklen Schlossgarten zu sitzen und stundenlang über die bevorstehenden Jahre, als sowohl über den Rest der Welt zu reden.  Wir gingen shoppen, kannten jeden Latte Macchiato in der Gegend, hielten zusammen endlose ZKM-Museums Aufenthalte durch und trafen uns schließlich jeden Donnerstag, wenn ich aus der Schule kam bei ihr. Natürlich mit Kaffee, Zeitschriften und wenn das Wetter schlecht war auch Assifernsehen im Qualitäts-Kanal RTL.
Wir schossen an den Wochenende hunderte Automatenfotos und genossen die Frühlingsmonate, bevor das zweite AFS Wochenende bevorstand. Wir genossen die ersten Sonnenstrahlen während wir seitenlange Briefe an uns selbst schrieben und dann die Nächte durchmachten. Manhmal denke ich zurück und wünsche mir diese Monate zurück- sie waren sicherlich einige der ereignisreichsten, schönsten und auch spannendsten meines bisherigen Lebens- zumindest in Deutschland.
Isabel begleitete mich zu Bandproben und Aufnahmen, wir brachten immer Cupcakes, Creme Brulee und Kuchen mit, wir gingen zum AFS-grillen und saßen am Tag danach geschlagene vier Stunden vor dem Fernseher um uns die Hochzeit des Jahrehunderts von Kate und William anzusehen, nachdem wir Wetten über das Kleid abgaben. Sie kam auf die Kommunion meines Bruders mit, organisierte meine Geburtstagsfeier und blieb nächtelang bei mir, wo wir auf dem Balkon die Frühlingssonne genossen. Ende Mai fuhren wir an den See, bestellten Pizza im Bikini während die Zeit immer näher rückte, dass wir uns verabschieden mussten.  Auch ,,das Fest“ genossen wir zusammen, sowie ihre Geburtstagsfeier bevor wir uns am 17 August 2011 zum letzten Mal an der Bahnhaltestelle sahen.
Jetzt ist Mai 2012.
Isabel ist in Hongkong, einer Stadt die wirklich niemals schläft, wo die Straßen wimmeln wie überhäuft von Ameisen. Eine Welt, bunt wie Bilderbücher, die zu groß ist um jemals jede Ecke und Straße kennenzulernen. Eine Welt voller neuer Visionen, Städte groß und elektronisch aber immer noch von so traditioneller Eleganz, dass man sie einfach lieben muss.
Ich bin in Argentinien, wohne auf einer Farm, mitten im Nichts, wo Felder unendlich scheinen, Bäume höher sind als jedes Haus in der Gegend und ein kleiner Sturm reicht, Städte tagelang ohne Licht zu lassen. Eine Welt die so ruhig ist und gleichzeitig die Feier-Nächte so lang mit Lichtern, sodass man sich nie langweilt.
Wir leben nicht in Unterschiedlichen Städten, nein, wir leben in unterschiedlichen Welten.
Dieser Blog ist für das festhalten von Eindrücken, von unseren letzten 2 Monaten dieser Erfahrung die wir niemals vergessen werden- für Fotos, Geschichten und Rezepte, für das zurückkommen nach Deutschland, und alles was sonst noch von Lifestyle und Leben in den Sinn kommt.

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